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Referenten

Plenarvorträge - Raum San Francisco

Plenarvortrag 1 – Do, 11. September 2014 – 09.00 – 10.00

Prof. Dr. med. Mathias Berger„State of the art“ der Psychotherapie - von den Schulen über die störungsspezifischen Methoden zur modularen Psychotherapie

Prof. Dr. med. Mathias Berger
Universitätsklinikum Freiburg i.B. (Deutschland)

Kurzabstract

Nachdem über Jahrzehnte die großen Schulen der Psychoanalyse und Verhaltenstherapie die psychotherapeutischen Ausbildungen und die Behandlungen dominierten, setzten sich in den letzten Jahren aufgrund der Ergebnisse randomisiert-kontrollierter Studien Psychotherapien durch, die auf bestimmte Störungsbilder zugeschnitten sind und sich nicht an Schulengrenzen orientierten. Zu nennen sind hier IPT für akute und CBASP für chronische Depressionen oder DBT für Borderline-Störungen. Durch die hohe Zahl von Störungsbildern sowie gerade im stationären Bereich die Häufigkeit von Komorbiditäten ergibt sich die Notwendigkeit, umschriebene Psychotherapie-Module für umschriebene psychopathologische Problemfelder, z.B. Impulskontrollstörungen, Scham, selbstverletzendes Verhalten zu entwickeln und damit die Basis für eine möglichst weitgehende evidenzbasierte, aber individualisierte Psychotherapie zu schaffen.

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Plenarvortrag 2 – Do, 11. September 2014 – 13.30 – 14.30

Prof. Dr. Philippe ConusFörderung der Früherkennung von psychotischen Störungen: eine Frage der Zusammenarbeit

Prof. Dr. Philippe Conus
Clinique psychiatrique universitaire, Lausanne

Kurzabstract

Die Früherkennung von psychotischen Störungen ist in den letzten 20 Jahren ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, was zur Gründung von spezialisierten Einrichtungen zur Früherkennung und Behandlung der entscheidenden Frühphase dieser Krankheit geführt hat. Die Arbeit in solchen Programmen stellt PsychiaterInnen aber vor viele Herausforderungen, die oft nicht alleine gelöst werden können. Die Notwendigkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit liegt daher auf der Hand.

Erstens kann in einem asymmetrischen Verhältnis keine Vertrauensbeziehung zu den jungen PatientInnen aufgebaut werden. Dafür ist es nämlich nicht nur unerlässlich, dass die Therapeutin dem Patienten volles Gehör schenkt und seine Weltsicht und seine eigene Einschätzung der Situation zu verstehen versucht, sondern sie muss auch die von ihm definierten Prioritäten akzeptieren, um das Engagement des Patienten in einem Behandlungsprozess zu verbessern, der den Patienten häufig Angst macht. Zweitens erfordert diese Art von Behandlung eine Verfügbarkeit und Flexibilität, die die Psychiaterin nicht alleine leisten kann. Es ist daher notwendig, in einem Team mit Pflegefachpersonen, Psychologinnen und Sozialarbeitern zu arbeiten, in dem die Zusammenarbeit in den Vordergrund gestellt und die Hierarchien durchbrochen werden. Schliesslich ist die Lebensphase der jungen Patienten von einer grossen Nähe zur Familie und häufig von Problemen im Zusammenhang mit der Emanzipation von ebendieser geprägt. Es ist daher erforderlich, auch mit den anderen Familienmitgliedern zu arbeiten, um ihr Verständnis der spezifischen Situation zu verbessern und die innerfamiliären Beziehungen wieder aufzubauen und zu festigen, denn diese sind oft von den langen Monaten, die einer solchen ersten psychotischen Krise vorausgehen, angeschlagen.

An dieser Konferenz werden diese Elemente im Kontext der Erfahrungen erörtert, die in den letzten 10 Jahren im Rahmen des Programms TIPP (Traitement et Intervention dans la phase Précoce des troubles Psychotiques – Behandlung und Intervention in der Frühphase von psychotischen Störungen) der psychiatrischen Abteilung des Universitätsspitals Lausanne gesammelt worden sind, wo seit dem Beginn des Programms im Jahr 2004 mehr als 450 Patientinnen und Patienten behandelt worden sind.

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Plenarvortrag 3 – Do, 11. September 2014 – 16.30 – 17.30

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Florian HolsboerWie behandeln wir Angst und Depression in der Zukunft?

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. mult. Florian Holsboer,
Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München (Deutschland)

Kurzabstract

Die großen Erfolge der Neurowissenschaften haben noch wenig für die Verbesserung der Therapie von Angst und Depression bewirkt. Tatsächlich sind die wichtigsten Medikamentenklassen für diese Krankheiten nicht den Grundlagenwissenschaften, sondern der Serendipität, also der intelligenten Interpretation verschiedener Einzelbeobachtungen zu verdanken.

Zu den wesentlichen Hemmnissen auf dem Weg zur „großen Innovation“ gehören:

  1. Die verpassten Gelegenheiten, die Diagnoseverfahren neurowissenschaftlicher Erkenntnisse zu integrieren.
  2. Die Innovationsscheu der pharmazeutischen Industrie, sich der personalisierten Therapie zuzuwenden anstatt weiterhin, allerdings mit schwindender Erfolgsaussicht, auf „Blockbuster“ zu hoffen
  3. Die in vielen Ländern noch nicht erfolgreich entwickelte Kooperation zwischen akademischer Forschung, Industrieunternehmen und Versicherungen.

An einigen Beispielen wird gezeigt, welches Potential Ergebnisse der akademischen Forschung für die breite Anwendung in der Praxis haben kann und die Behandlung von Angst und Depression optimieren helfen.

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Plenarvortrag 4 – Fr, 12. September 2014 – 09.00 – 10.00

Prof. Dr. Andreas PapassotiropoulosGenom-basierte Entwicklung neuer medikamentöser Therapien in der Psychiatrie

Prof. Dr. Andreas Papassotiropoulos
Transfakultäre Forschungsplattform Molekulare und Kognitive Neurowissenschaften Universitäre Psychiatrische Kliniken und Fakultät für Psychologie Universität Basel

Kurzabstract

Neue Entwicklungen in der verbesserten Pharmakotherapie psychiatrischer Erkrankungen lassen seit Jahrzehnten auf sich warten. Die Verwendung problematischer diagnostischer Konstrukte sowie ungeeigneter Tiermodelle sind zwei Gründe für diese Situation. In meinem Vortrag werde ich aktuelle Befunde präsentieren, die darlegen, dass es Zeit ist, neue Wege zu beschreiten. Die Nutzung genomischer Information zusammen mit der Entwicklung neuer bioinformatischer Methoden und der Auswertung von Daten aus gross angelegten Studien der zerebralen Bildgebung haben bereits neue Impulse gegeben. Die konsequente Weiterverfolgung dieses Weges wird unsere Chancen erhöhen, bessere und gezieltere Medikamente zu entwickeln.

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Plenarvortrag 5 – Fr, 12. September 2014 – 15.45 – 16.45

Prof. Dr. Giovanni Maio Verstehen nach Schemata und Vorgaben? Über die Grenzen einer industrialisierten Psychotherapie

Prof. Dr. Giovanni Maio
Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Freiburg i.B

Kurzabstract

Die Psychotherapie unter ethischen Gesichtspunkten zu beleuchten ist Anliegen dieses Vortrages. In ethischen Kategorien zu denken setzt voraus, dass man die Denkkultur, die die gegenwärtige Zeit beherrscht, kritisch reflektiert. Die gegenwärtige Psychotherapie ist wie viele andere Bereiche unserer Gesellschaft dem Diktat der Ökonomie so weit unterworfen, dass darunter ihre ureigene Identität als verstehende Sorge um einen leidenden Menschen verloren zu gehen droht. Diese Veränderungen der Psychotherapie aufzuzeigen, ist Aufgabe des vorliegenden Beitrages. Viel zu schnell gerät bei diesem Trend zur Ökonomisierung aus dem Blick, dass die Psychotherapie konstitutiv auf eine Begegnung angewiesen ist; diese Begegnung ist nicht in ein standardisiertes Verfahren zu gießen, sondern sie erfordert ein verstehendes Gegenüber, das sich auf die Einzigartigkeit der Lebensgeschichte einlässt. Insofern geht eine Industrialisierung der Psychotherapie mit Qualitätskriterien einher, die für das produzierende Gewerbe geeignet sein mögen, die aber untauglich sind, wenn es um menschliche Beziehungen geht.

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Hauptvorträge - Raum San Francisco

Hauptvortrag 1 – Do, 11. September 2014 – 10.30 – 11.15

Prof. Dr. med. Jürg KesselringGrundlagen des Lernens – das flexible Gehirn

Prof. Dr. med. Jürg Kesselring
Chefarzt Neurologie und Neurorehabilitation
Kliniken Valens

Kurzabstract

In unserem Gehirn werden lebenslang neue Verbindungen zwischen den ca 100 Milliarden Nervenzellen geknüpft - aber nur diejenigen bleiben bestehen, die auch aktiv benutzt werden. Dies ist die Grundlage des Lernens - die Auseinandersetzung mit der Umwelt in den Problemlösungen des Alltags. In den letzten Jahren ist die Erforschung der Neuroplastizität, d.h. der Anpassung der Hirnstrukturen und –funktionen an die veränderten Anforderungen aus der Umwelt zu einem zentralen Thema der Neurowissenschaften geworden. In der Neurorehabilitaion, der Behandlung von Patientinnen mit akuten oder chronischen Hirnerkrankungen werden Erkenntnisse daraus und solche Prinzipien des Lernens im praktischen Alltag umgesetzt. Aus der Beobachtung der in den Therapien erreichten Veränderungen können aber auch wieder neue Einsichten in die Grundlagen des Lernens gewonnen werden.

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Hauptvortrag 2 – Do, 11. September 2014 – 11.15 – 12.00

PD. Dr. M. Axel WollmerBotulinumtoxin zur Behandlung der Depression

PD. Dr. M. Axel Wollmer
Asklepios Klinik Nord - Ochsenzoll, Hamburg 

Kurzabstract

Die Injektion von Botulinumtoxin in die Glabella-Region ist ein neuartiger Ansatz in der Behandlung der Depression. Erste Befunde dazu wurden im Jahr 2006 in Form einer kleinen offenen Fallserie publiziert. In der ersten randomisierten, kontrollierten Studie zu dieser Methode konnten wir zeigen, dass eine einmalige adjunktive Behandlung mit Botulinumtoxin rasch zu einer deutlichen und anhaltenden Besserung der Stimmung bei Patienten mit teilweise chronifizierter und therapieresistenter Depression führen kann. Inzwischen sind unsere Befunde in zwei weiteren randomisierten Studien repliziert und erweitert worden. Die Ergebnisse aller drei Studien fassen wir gegenwärtig in einer Meta-Analyse mit individuellen Patientendaten (IPD) zusammen. Die antidepressive Wirkung der Behandlung beruht wahrscheinlich darauf, dass die Lähmung der mimischen Muskeln in der Glabella-Region (musculi corrugatores supercilii und musculus procerus), die bei der Depression vorherrschende negative Emotionen wie Angst und Traurigkeit ausdrücken, zur Unterbrechung von diese Emotionen aufrechterhaltenden propriozeptiven Afferenzen aus dem Gesicht zum Gehirn führt. Für diesen Facial Feedback-Mechanismus spricht auch, dass in unserer Studie ein höheres Maß an psychomotorischer Agitation, die häufig mit typischen Aktivierungsmustern der Glabella-Muskulatur (omega melancholicum und Veraguth-Falten) verbunden ist, ein besseres Ansprechen auf die Behandlung vorhersagen konnte.

Die Behandlung ist weitgehend frei von Nebenwirkungen. Dank der langanhaltenden Wirkung einer einmaligen Gabe treten keine Probleme mit der Therapie-Adhärenz auf. Auch die Tagesbehandlungskosten liegen unter denen für die Therapie mit einem modernen Antidepressivum. Da Botulinumtoxin für die Behandlung der Glabella-Falte zugelassen ist, kann man eine solche bei Patienten mit Depression indikationsgerecht durchführen und dabei auf stimmungsaufhellende Nebenwirkungen abzielen. Wenn zukünftige Studien die bisherigen konsistenten Befunde weiter bestätigen, könnte sich die Injektion von Botulinumtoxin zu einer neuen, ergänzenden Option in der Behandlung der Depression entwickeln. Da die Methode wahrscheinlich nicht spezifisch in die Neurobiologie der Depression eingreift sondern eher allgemein die Intensität, mit der negative Emotionen ausgedrückt und erlebt werden reduziert, ist auch der Einsatz bei einer Vielzahl weiterer psychischer Störungen denkbar, bei denen solche Emotionen eine Rolle spielen.

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Hauptvortrag 3 – Fr, 12. September 2014 – 10.30 – 11.15

Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Heinz„Psychiatrie in Zeiten der UN-BRK“

Prof. Dr. med. Dr. phil. Andreas Heinz
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Campus Charité-Mitte

Kurzabstract

Die UN-Behindertenrechtekonvention fordert die Inklusion aller Menschen mit Behinderungen. Unter ihren Schutz fallen auch alle Patienten mit längerfristigen psychischen Erkrankungen. Eine zeitgemäße Versorgung dieser Patientinnen und Patienten muss sich also einerseits personen-zentriert an den individuellen Interessen und Bedürfnissen der Betroffenen orientieren und entsprechende Hilfen im Lebensumfeld bereitstellen, andererseits muss sie die partizipative Entscheidungsfindung bzgl. aller therapeutischen Schritte fördern und Zwangsmaßnahmen auf ein lebenserhaltendes Minimum reduzieren. Bzgl. der Behandlung im Lebensumfeld gibt es verschiedene Modellprojekte, die bspw. im Rahmen eines erweiterten Hometreatments eine erhöhte Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten und eine Abnahme der Zwangsmaßnahmen zeigen konnten. Im stationären Bereich führt die Öffnung der Stationstüren auch auf Akutstationen und die offene Diskussion aller therapeutischen Schritte ebenfalls zu einer Reduktion von Zwangsmaßnahmen. Großer Handlungsbedarf besteht nach wie vor im Bereich der beruflichen Reintegration und der familientherapeutischen Angebote. Das psychiatrische Versorgungssystem muss konsequent an den menschenrechtlichen Vorgaben der geltenden Gesetze ausgerichtet werden. Leider wird dieser Punkt in der derzeitigen Anpassung des Vergütungssystems in Deutschland viel zu wenig beachtet.

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Hauptvortrag 4 – Fr, 12. September 2014 – 11.15 – 12.00

Prof. Dr. med. Undine Lang Empowerment versus Stigma: Wo steht die Psychiatrie?

Prof. Dr. med. Undine Lang
Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel

Kurzabstract

Recovery bedeutet die Entwicklung aus den Beschränkungen der Patientenrolle hin zu einem selbstbestimmten Leben. Diese kann durch Patientenverfügungen, Behandlungsvereinbarungen, Aufklärung, Partizipation bei therapeutischen Entscheidungen und Shared Decision Making unterstützt werden. Der Aufbau von Resilienz, also den Kräften des Widerstandes, der konstruktiven Anpassung, den Energien, die mobilisiert werden, um Menschen vor Resignation und Stigmatisierung zu bewahren, ist ein essenzieller Vorgang im Heilungsprozess. Individuellere Behandlung, personalisierte Aufnahmepolitik, weniger Zwang, mehr psychotherapeutische Möglichkeiten, spezialisierte und differenzierte Angebote: Kann sich die klinische Psychiatrie durchgängig einer emanzipierten Patientenrolle verpflichten?

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Hauptvortrag 5 – Fr, 12. September 2014 – 13.30 – 14.15

Jocelyn Lachance, PhdDie hypermoderne Gesellschaft: Autonomie bis zum Exzess?

Jocelyn Lachance, Phd
Université de Pau/Université de Strasbourg

Kurzabstract

In der heutigen Zeit der gesellschaftlichen Beschleunigung haben wir manchmal das Gefühl, in ein neues Zeitalter eingetreten zu sein: neben der Allgegenwart von Bild-, Informations- und Kommunikationstechnologien sprechen die Soziologinnen und Soziologen bereits seit mehreren Jahren vom Aufkommen einer neuen Gesellschaft, nämlich der hypermodernen. Diese beinhaltet ein neues Verhältnis zum eigenen Körper, zu sich selbst und zu anderen Personen, aber auch zu Zeit und Raum. Das hypermoderne Individuum fordert unter dem Schlagwort der Eigenverantwortung immer mehr Autonomie, riskiert dabei aber, Autonomie bis zum Exzess zu generieren. Gemeinsam soll das Aufkommen und die zunehmende Verbreitung dieses neuen Individuums analysiert werden, das sich ununterbrochen zu beweisen versucht und dabei seine eigenen Grenzen immer wieder sprengt, was mitunter auch die Definition des Pathologischen in Frage stellt.

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Hauptvortrag 6 – Fr, 12. September 2014 –  14.15 – 15.00

Prof. Dr. Christian HaringDie institutionalisierte Beziehung: Wie beeinflusst die Institution die therapeutische  Beziehung in der Psychiatrie

Prof. Dr. Christian Haring
Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie B, Landeskrankenhaus in Tirol, Österreich

Kurzabstract

Institutionen und deren MitarbeiterInnen, die sich mit der Betreuung von Patienten mit psychiatrischen Störungen befassen, sind dauerhaft  mit größtem Leid konfrontiert. Betroffene mit psychotischen Störungen, mit depressiven Zustandsbildern,  in tiefer suizidaler Einengung, mit Borderline Störungen usw. werden auf engstem Raum  intensiv betreut und behandelt. Die individuellen unbewussten Reaktionen und die Einflüsse auf das therapeutische Team sollten  in der Supervision aufgearbeitet werden. Dieser Umgang mit schwerst psychisch kranken PatientInnen beeinflusst jedoch, über das Team hinaus, die gesamte Institution, in deren Organisation unbewusste Momente der Abwehr sichtbarbar werden, die der Reduktion von belastenden emotionalen Reaktionen dienen. Die Frage:  “What is Pain at Work”, soll diese belastenden Momente  sichtbar, und die Analyse der institutionellen angstabwehrenden Mechanismen möglich machen (Organisationsberatungstechnik Tavistok Clinics, London, Anton Obholzer). In weiterer Folge lässt sich neben einer persönlichen, therapeutischen  Beziehung, die zwischen den PatientInnen und den Mitarbeitern besteht,  auch eine institutionalisierte Beziehung identifizieren und um deren Bewusstmachung und der Erörterung der daraus entstehenden Probleme  geht es in diesem Referat. Die Fragen sind:  warum hat sich die psychiatrische Versorgung einer Region genau so und nicht anders organisiert, welche Rolle spielt meine Organisationseinheit in diesem System, ist die Betreuung kontinuierlich oder diskontinuierlich und welche Rolle spielt dabei der Aspekt einer institutionalisierten Beziehung.

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